(Foto: Almut Schwab, Axel Schwenk, Gian Andrea Scarello)
Im "Jahrmarktsfest zu Plundersweilern", frei nach der Goetheschen Vorlage, zeigt Hacks die menschlichen Eitelkeiten einer ganzen Jahrmarktsgesellschaft auf. Es ist ordentlich was los auf dem Jahrmarkt in Plundersweilern, einer muffigen Kleinstadt irgendwann im 19. Jahrhundert! Auch eine bunt zusammengewürfelte Schauspielertruppe will die Gelegenheit nutzen und ihr Können in der hochtrabenden Aufführung einer antiken Historie um die "Königin Esther" zum Besten geben. Doch ein Jahrmarkt ist kein Musentempel. Die große Bühnentragödie hat kaum begonnen, da wird sie auch schon durch besoffene Strolche gestört. Dann gibt ein Bänkelsänger unzüchtige Reime von sich, zwei schauerliche alte Marktweiber streiten sich um einen jungen, hübschen Landstreicher, ein verwahrloster Beamter spielt sich als Chef des Jahrmarktes auf...
In der Originalfassung von Goethe fehlt der dritte Akt. Hacks hat versucht, der Geschichte ein eigenes Ende zu geben. Wir haben diesen dritten Akt selbst in die Hand genommen und ihn den Künsten der Commedia dell’arte übergeben: so werden die Komödianten die Geschichte mit passenden Zitaten aus Goethes Faust zu Ende bringen, in dem sie sie Esthers Geschichte genau anpassen. So findet am Ende das Stück zurück zu seinem Erfinder: J.W. von Goethe.
Das Stück hat seinen Reiz, dem wir verfallen sind: denn fünfzehn Rollen werden von nur drei Schauspielern dargestellt, begleitet von einer Akkordeonistin .